KoPI-Konferenz: Die deutsche Israelpolitik auf dem Prüfstand – Behindert die deutsche „Staatsräson“ den Frieden in Israel/Palästina?

Der AK Nahost Berlin als Mitgliedsorganisation des Koordinationskreises Palästina Israel (KoPI) lädt ein zu einer Konferenz in Berlin:

Wann: Samstag, 01. Februar 2020, 9:30 – 18:00 Uhr

Wo:  Refugio, Lenaustraße 4 in Berlin Neukölln, Nähe U-Bahnhof Hermannplatz

Anmeldung und Eintritt: Die Tagungspauschale von 35,- € (Schüler/Studenten/Harz IV Bezieher zahlen 20,- €) schließt Verpflegung und Getränke mit ein. Sie ist vor Beginn der Veranstaltung zu überweisen an: KoPI-Konto bei IPPNW bei der Bank für Sozialwirtschaft IBAN DE39 1002 0500 0002 2222 10 Buchungsvermerk: KoPI-Konferenz 2020

Auftaktveranstaltung am 31. Januar – Eintritt:10 Euro

Daheim entfremdet – Erzählung und Musik
Erkenntnisse aus meinem Mutterland, der„einzigen Demokratie in Nahost“ mit  Nirit Sommerfeld & ORCHESTER SHLOMO GEISTREICH Duo (Andi Arnold, Lili Sommerfeld), ebenfalls im Refugio

Programm-Flyer

„Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson“, verkündete Bundeskanzlerin Merkel 2008 vor der Knesset in Jerusalem. Dieses Bekenntnis wird in letzter Zeit immer wieder zitiert; es ist parteiübergreifend zum Schlüsselbegriff der deutschen Israel-Politik geworden.

Wenn man im Lexikon den Begriff „Staatsräson“ nachschlägt, wird man auf Machiavelli verwiesen, der ethische Prinzipien oder Rechtsvorschriften dem Eigennutz von Herrschaftsinteressen explizit unterordnete.

Das Verhältnis der Bundesrepublik Deutschland zum Staat Israel muss ein besonderes sein, denn Israel wurde Zufluchtsort vieler europäischer Juden nach dem Völkermord des deutschen Nazi-Regimes. Die Verbundenheit Deutschlands mit dem Staat Israel und die Sorge um Israels Sicherheit ist die notwendige Konsequenz aus der Geschichte. Aber inwiefern ist es im deutschen Interesse, alles, was Israel für seine Sicherheit für notwendig hält, kritiklos zu unterstützen?

Stehen dahinter auch eigennützige Elemente, etwa das Interesse an einem florierenden Waffenhandel in beiden Richtungen, an wirtschaftlicher und militärischer Zusammenarbeit etc.? Und wo bleiben Fragen des Völkerrechts und der Menschenrechte im Vorgehen Israels gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinenser?

Unsere Tagung will den Status Quo der „deutschen Staatsräson“ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und Möglichkeiten produktiverer politischer Ansätze im Sinne einer Förderung friedlicher Lösungen der Nahost-Problematik ins Auge fassen.

Referent*innen:

Rudolf Dressler (Botschafter a.D.): Die Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson

Moderation: Rüdeger Baron (AK Palästina im NEFF)

Prof. Norman Paech (Völkerrechtler, Hamburg): Die deutsche Israelpolitik als verfehlte Vergangenheitsbewältigung

Moderation: Sabine Farrouh (IPPNW)

Dr. Khouloud Daibes (Botschafterin, Berlin): Wie erleben Palästinenser die deutsche Israelpolitik?

Moderation: George Rashmawi (PGD)

Prof. Moshe Zuckermann (Historiker, Tel Aviv): Die deutsche Staatsräson-Doktrin aus israelischer Sicht

Moderation: Matthias Jochheim (IPPNW)

Dr. Gerhard Fulda (Botschafter a.D.): Das Ende der Staatsräson – ein Paradigmenwechsel

Moderation: Claus Walischewski (ICAHD Deutschland)

Abschlusspanel

Wie könnte eine andere, verantwortungsvollere deutsche Israelpolitik aussehen?

Alle Referenten

Moderation: Marius Stark (Pax Cristi) und Rüdeger Baron (AK Palästina im NEFF)