Moshe Behar: Die Stellung der Mizrahim in der isra­elischen Gesellschaft und ihre Haltung und Einstellung zu der Besatzung

Mittwoch, 21. Februar 2007
20:00 Uhr
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Kottbusser Damm 72, 10967 Berlin

Diskussionsveranstaltung mit
Moshe (Shiko) Behar
zum Thema: Die Stellung der Mizrahim (Juden aus arabischen Herkunftsländern) in der isra­elischen Gesellschaft und ihre Haltung und Einstellung zu der Besatzung

Veranstaltung im Rahmen unseres diesjährigen Schwerpunktes: 1967 – 2007: 40 Jahre Besatzung und ihre Auswirkungen auf die besetzten Palästinensischen Gebiete und die Nachbarstaaten.

Moshe Behar ist Dozent am Sapir Academic College in Sderot, seit Anfang des Jahres ist er Gastdozent an der University of Manchester, UK.

Moshe Behar, als Kind einer ägyptischen Immigrantenfamilie in Israel geboren, ist Politik­wis­sen­schaftler.

Er ist Mitglied in verschiedenen Organisationen, die die Kultur und die Durch­setzung politischer Interessen von Juden nicht-europäischer Herkunft vertreten.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Stellung der Mizrahim in der israelischen Gesellschaft, Politik und Kultur sowie jüdischer und arabi­scher Nationalismus im 20. Jahrhundert.

Als in den 1950er Jahren Juden aus ihren arabischen Herkunftsländern nach Israel ein­ge­wan­dert sind, wurden sie zu einer großen, aber stets diskriminierten Minderheit, willkommen als billige Arbeitskräfte und geeignet, um in Grenz- und Entwicklungsregionen angesiedelt zu werden.

Für viele hat sich damit ihre soziale und ökonomische Stellung verschlechtert. Vorher, in ihren arabischen Heimatländern, in denen jüdische Gemein­schaf­ten oft eine Jahr­hun­derte lange Tradition hatten, waren sie meist nicht schlechter gestellt als die Angehörigen der moslemische Mehrheitsgesellschaft.

In Israel wur­den sie oft abschätzig als „Schwar­ze“ bezeichnet. Sie waren schlecht angesehen, nicht zuletzt wegen ihrer arabischen Kultur, die als Kultur der Feinde galt, und die daher oft von den Mizrahim bei dem vergeblichen Ver­such, mehr Anerkennung zu erlangen, geleugnet wurde.

1967 war ein Wendepunkt, was den Status der Mizrahim innerhalb der israeli­schen Gesell­schaft betraf: Einerseits hatten nun auch sie ihr Blut für das Land vergossen. Andererseits be­­kamen sie mit den Palä­stinensern aus den nun besetzten Gebieten eine starke Konkur­renz um die schlecht­bezahl­ten Arbeitsplätze. Und in die nun entstehenden Siedlungen flos­sen Gelder, die ihren Kom­mu­nen fortan nur noch vermindert zugeteilt wurden.

Politisch sahen die meisten Mizrahim in der israelischen Parteienlandschaft, die aschkena­sisch ge­prägt war, keine Heimat, sondern erst ab 1984 in der religiösen und sephardisch geprägten Shas. Dennoch gibt es auch vor allem säkulare Mizrahi-Gruppen, die für einen gerechten Ausgleich mit dem palästinensischen Volk eintreten.

Wir freuen uns auf Ihr / Euer Kommen!

Eintritt frei, Spenden willkommen.

Das ist eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung  in Zusammenarbeit mit dem AK Nahost Berlin

realisiert mit Mitteln der