Tsafrir Cohen: Im Land der vielen Grenzen

Mittwoch, den 19. November 2008
19:00 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4 in 10405 Berlin


Diskussionsveranstaltung mit Tsafrir Cohen,
Vertreter von medico international in Palästina/Israel:
Im Land der vielen Grenzen

Veranstaltung im Rahmen unseres diesjährigen Schwerpunktes:
1948 — 2008: 60 Jahre Israel — 60 Jahre Naqba

Parallel zu den mittlerweile über 15 Jahre andauernden Friedensgesprächen und verstärkt durch die israelischeTrennungspolitik entstehen in der Region Israel/Palästina immer mehr sichtbare undunsichtbare Mauern.

In Israel wächst die Besatzungsvergessenheit. Die „Zweite Intifada“ ist abgeflaut, Israelis können wieder angstfrei öffentliche Verkehrsmittel nutzen, die Wirtschaft wächst.

Doch während auf der einen Seite die Besatzungsvergessenheit wächst, nimmt die Besatzung auf der anderen Seite die Gestalt eines zivilen und administrativen Enklavensystems an.

Medico International arbeitet seit 20 Jahren in Israel/Palästina.

Gemeinsam mit der Palestinian Medical Relief Society(PMRS) versucht medico, den Enklavenbewohnern ein Minimum an medizinischer Versorgung zukommen zu lassen. Diese Arbeit mildert zwar die Folgen der Trennungspolitik, bekämpft nicht aber deren Ursachen.

In diesem Land der vielen Grenzen zielen die Projekte auf den Erhalt und die Erweiterung von Spielräumen. Psychosoziale Arbeit mit Jugendlichen in Nablus oder Theatertherapie im Flüchtlingslager Jenin sollen gegen innerpalästinensische Entsolidarisierung wirken und jungen Menschen Möglichkeiten aufzeigen, politisch und solidarisch nach Innen wie Außen zu agieren.

Gemeinsame Kliniken des medico-Partners Ärzte für Menschenrechte — Israel und der PMRS stellen eine Nische von Grenzen überschreitende Solidarität dar.

Tsafrir Cohen wurde 1966 in Israel geboren, wuchs in Israel und Kanada auf, verließ Israel 1986 in Richtung Westberlin und glaubte, so „dem israelisch-palästinensischen Konflikt, dessen verhärteten Fronten und den verheerenden Auswirkungen auf die beiden Gesellschaften entfliehen zu können“. Nach zwei Jahrzehnten publizistischer Tätigkeit und kultureller Projektarbeit in Berlin leitet er seit 2007 in Jerusalem das Büro von medico international. Cohen berichtet regelmäßig in seinem Jerusalem-Blog www.medico.de von dieser Arbeit und derSituation vor Ort.

Eintritt frei, Spenden willkommen.

Das ist eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung  in Zusammenarbeit mit dem AK Nahost Berlin

realisiert mit Mitteln der